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ALTERNATIVWELTEN |
Das
Reich der Angst

Cover: Brian Salmon / Foto:
Thomas Schlück
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Ø Preis als Gebrauchtexemplar: €
Film
Einführung
Lesen
|
Taschenbuch [Faltcover]
Erfasst: 16.9.2011
Originaltitel:
The empire of fear [1988]
Autor:
Brian
M. Stableford
Verlag/Jahr/Seiten:
Ullstein
/
1990 - 489 Seiten
Reihe: Ullstein Paperback 22418
ISBN: 3-548-22418-0
Übersetzung: Jürgen Behrens
Genre-Zuordnung: AH |
Liste
Zuordnungen

Die
Handlung beginnt im Jahr
1623. Stablefords Erde entspricht im wesentlichen
ihrem historischen Vorbild. An der Spitze der verschiedenen [europäischen] Reiche stehen jedoch nicht menschliche Adlige, sondern
Vampire wie
Richard Löwenherz
oder
Vlad Tepes der Pfähler
- auch
Dragulya genannt. Stablefords Vampire unterscheiden sich in mancher
Hinsicht von ihren literarischen Verwandten: So können sie sich durchaus
im Sonnenlicht bewegen, auch von konventionellen Waffen getötet werden,
wenn sie schwer genug verletzt sind. Darüber hinaus aber sind sie
unsterblich. Sie sind aber gezwungen, regelmäßig menschliches Blut zu
sich zu nehmen. Ihre Herrschaft über die Menschen beruht schlicht auf
Gewalt. Der Mechanikus Edmund Cordery opfert sein Leben, um seine Geliebte
zu töten. Denn die schöne Vampirdame Carmilla kann nur mit einem Mittel
vernichtet werden: den Bakterien der
Pest. Doch Corderys Tat, geplant als
verheerender Angriff auf das Reich des grausamen Vampirfürsten Richard
Löwenherz,
schlägt fehl. Nun obliegt es dem Sohn Noell, das Werk des Vaters zu
vollenden. Er macht sich auf ins Herz Afrikas, um die geheimnisumwobene
Herkunft der Vampire zu ergründen. Nur mit diesem Wissen kann ihrer
gnadenlosen Herrschaft ein Ende bereitet werden.
|

2 versch. Cover der
Originalausgabe
Cover: Brian Salmon
Maus über Bild wechselt die Ansicht
|
Passend
zu diesem Szenario: Die
Vampire
von
Kim Newman -
Ist
auch in den Genres Unsterblichkeit
/ Vampire
gelistet...
Meine
Wertung:         
[4]
Ich hatte mir eigentlich etwas mehr erwartet - aber ich bin auch nicht
wirklich enttäuscht. Die Idee historische Gestalten einmal als Vampire
darzustellen ist einfach genial - wenn es denn dann auch gelingt. Leider
ist dieser Kunstgriff etwas danebengegangen. Der überwiegend größte
Teil der Geschichte behandelt die Suche der Hauptprotagonisten nach dem
Ursprung des Vampirismus. Dass dies letztlich durch einen Meteor
verursacht worden ist [statt wie ansonsten üblich diffus im Dunkel
mystischer Vergangenheit] ist immerhin auch eine akzeptable Erklärung.
Das Noell Cordery dann am Ende eine Möglichkeit findet, praktisch
jedem Menschen die "Vorteile" der Vampire [Gesundheit, extreme
Selbstheilung, Stärke und eine - nicht genau spezifizierte -
Langlebigkeit] zugänglich zu machen, selber aber durch einen genetischen
Fehler daran nicht teilhaben kann ist ein für Noell natürlich
tragisch. Gerade solche literarischen Schachzüge, die uns kurz vor
Schluss den geliebten Helden nehmen, machen einen Roman lesenswert. Dass
er am Ende auf dem Scheiterhaufen endet ist allerdings dann doch wirklich
bitter... nun ja, Stableford hat sich wohl auch gesagt "wenn
schon, dann richtig tragisch!" ;-)
Leider
macht die Geschichte dann einen gewaltigen Sprung in die Neuzeit und
beschreibt das Leben eines jungen Mannes, der in einer Welt lebt, die Noells
Entdeckung ausnutzt und er leider ebenfalls davon ausgeschlossen bleibt.
"Natürlich" lernt er eine der Protagonistinnen vom Anfang der
Geschichte kennen [die wohl älteste, lebende Vampirin der Welt], die ihm
sogar ihre Liebe schenkt - absolut unnötig und uninteressant. Die gesamte
Geschichte zwischen dem 17.
Jahrhundert bis zur Neuzeit wird nur kurz erwähnt [1.
und 2.
Weltkrieg haben stattgefunden usw.]. Für mich ist es absolut nicht
nachvollziehbar, dass sich die weitere Geschichte im Ablauf nicht radikal
ändern würde [der damalige Papst war z.B. auch ein Vampir,
wie ordnet sich die Kirche danach neu, wie entwickelt sich das Verhältnis
der Menschen zur Kirche...]. Da hätte Stableford
nach dem schrecklichen Tod von Noell den Leser vielleicht einfach seiner
eigenen Phantasie überlassen sollen. Deshalb auch eine relativ schlechte
Bewertung, sorry... |
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