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ALTERNATIVWELTEN |
I.N.R.I.
oder die Reise mit der Zeitmaschine

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Hardcover
Originaltitel: Behold the man [1966/1969]
Autor: Michael Moorcock
Verlag/Jahr/Seiten: MvS
/ 1972 - 173 Seiten
Reihe: Science Fiction & Fantastica ??
ISBN: 3-547-76796-2
Übersetzung: Alfred Scholz
Alternativwelt-Zuordnung: Rel | Liste
Zuordnungen
Taschenbuch
Verlag/Jahr/Seiten: Heyne
/ 1992 - 154 Seiten
Reihe: Heyne SF
3399
ISBN: 3-492-28618-6 [3-453-30294-X]
Karl Glogauer
reist in die Vergangenheit, um die Kreuzigung Jesu Christi "live" mitzuerleben. Doch als sich alles
als übertriebene Legenden herausstellt, führt seine lebenslange Sinnkrise zum Abstieg in den Wahnsinn: er will
die Legenden mit realem Hintergrund füllen...
Die Zimmerleute blicken auf, als sie ihn kommen sahen. Er blieb vor einem alten Zimmermann stehen, der eine
Lederschürze trug, auf einer Bank saß und an einer Figur schnitzte.
"Was willst du?“, fragte der Alte. "Ich habe kein Geld für Bettler.“
"Ich bin kein Bettler“, antwortete der Verrückte. "Ich suche jemanden, der in dieser Gasse wohnen soll.“
"Wie heißt er?“ "Joseph. Er hat eine Frau, die Maria heißt.“
"Zwei Häuser weiter, auf der anderen Seite.“ Der Verrückte begann zu zittern. Schweiß trat ihm auf die Stirn. O Gott...
Die Werkbank neben dem Eingang war an einem Ende verzogen, und der Mann, der darüber
gebeugt stand und einen Hocker reparierte, schien auch missgestaltet zu sein.
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Taschenbuch
Verlag/Jahr/Seiten: Piper / 2007 - 190 Seiten
Reihe:
ISBN: 3-492-28618-6
Übersetzung: Jürgen Langowski [neue Übersetzung]
"Bist du Joseph?“, fragte ihn der Verrückte. "Ich habe kein Geld.“
"Ich will kein Geld. Hast du einen Sohn, der Jesus heißt?“ "Du willst ihn sehen? Komm!“
Sie betraten das dunkle Haus. Der Verrückte atmete schwer. "Das ist er.“
Der Verrückte runzelte ungläubig die Stirn, dann schüttelte er entsetzt den Kopf.
"Nein“, sagte er. "Nein!“
Der Junge war missgestaltet. Das Gesicht war das eines Idioten. Ein Speichelfaden rann ihm von den Lippen.
"Jesus?“ Der Junge kicherte, als sein Name wiederholt wurde. Er kam unbeholfen einen Schritt näher.
"Jesus“, sagte er, undeutlich und mit schwerer Zunge, "Jesus.“
Das ist die Passion des Zeitreisenden Karl Glogauer, den sie den Verrückten nannten, und der aufbrach, um den
Herrn mit der Zeitmaschine zu suchen, und vergeblich von einer Station der Geschichte
Jesu zur anderen hetzte, bis ihm klar wurde, welche Rolle das Schicksal ihm zugedacht hatte.
Ich habe I.N.R.I. in die Alternativwelten eingeordnet,
weil der Protagonist ja eigentlich in eine ihm bekannte Vergangenheit wollte,
aber in eine Vergangenheit geriet, die ganz und gar nicht dem entsprach
wie es hätte sein sollen.
Wer das Thema "alternative Jesus-Vesionen"
mag, sollte auch
Das Jesus Video
von Andreas
Eschbach lesen.
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Kommentar von Zeitreisefan:
Dieses Buch ist harter Tobak für alle gläubigen Christen: Der Zeitreisende Karl Glogauer landet im Jahre
28 n.Chr., wird von
Johannes dem Täufer aufgenommen und gesund gepflegt, sucht und findet
schließlich
Josef und
Maria mit ihrem Sohn Jesus. Dieser entpuppt sich
allerdings als sabbernder, debiler, körperlich verunstalteter Idiot, Josef als impotentes
Weichei,
Maria als
sexhungrige Frau, mit der er auch gleich ins Bett steigt. Er schlüpft so nach und nach in die Rolle des
Jesus, wie er sie als religiös-geschichtlich in Erinnerung hat, und wird letztendlich an dessen Stelle ans Kreuz genagelt.
Parallel liest man in abwechselnden Handlungsebenen die Adoleszenz des jungen Karl, seine Entwicklung zum
theologisch, psychologisch und philosophisch geschulten Kritiker und Bewunderer der Religionen.
Dass es zu einer Zeitreise kommt, wird als Tatsache einfach so dahingestellt. Die zugrundeliegende Technik
spielt keine Rolle in der Handlung. Für bibelfeste Leser gibt es zahlreiche Zitate aus dem Alten und Neuen Testament, die Handlung wird in sich so
schlüssig erzählt, dass es einem atheistischen Leser als die wohl eingängigste Erklärung biblischer Abläufe
vorkommen mag. Aber wie gesagt: Für echte Christen harter Tobak...
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