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ZEITREISEN l Das Cusanus-Spiel  







Status: bearbeitet/ergänzt 11.4.2018 [925]
   











Das Cusanus-Spiel - Cover: FinePic Das Cusanus-Spiel   Ebenfalls erschienen im Sammelband: Der letzte Tag der Schöpfung / Midas / Das Cusanus-Spiel Cover: Nele Schütz Design      

Hardcover
Autor: Wolfgang Jeschke
Verlag/Jahr/Seiten: Droemer Knaur / 2005 - 703 Seiten
Reihe: Knaur Droemer SF 63985
ISBN: 3-426-19700-6     ISBN13: 978-3-426-19700-4
Zeitmaschinen-Zuordnung: l Rezension + Bewertung von Gerhard
Taschenbuch Neuauflage
Verlag/Jahr/Seiten: Droemer Knaur / 2008 - 703 Seiten
Reihe: Knaur Droemer SF 63985
ISBN: 3-426-63958-0     ISBN13: 978-3-426-63958-0
Taschenbuch Sammelband
Herausgeber: Alexander Martin
Verlag/Jahr/Seiten: Heyne / 2013 - 1.132 Seiten
Reihe: Heyne SF 31476
ISBN: 3-453-31476-X     ISBN13: 978-3-453-31476-4 
Sammelband:
Der letzte Tag der Schöpfung
Midas
Das Cusanus-Spiel
Kurd Lasswitz Preis 2006 - Bester deutschsprachiger Roman l Deutsche Erstausgabe
Inhalt: Europa im Jahr 2052: Nach der großen atomaren Katastrophe in Deutschland stellt sich die Frage des Überlebens. Fieberhaft arbeiten Wissenschaftler und ein mysteriöses vatikanisches Institut an möglichen Lösungen. Dabei verdichtet sich eine Vermutung immer mehr: Der Schlüssel zur Rettung könnte in der Vergangenheit liegen. Über brisantes Wissen müssen ihre Auftraggeber verfügen; dies ahnt die Biologin Domenica Ligrina, als sie in Rom mit anderen Naturwissenschaftlern für ein geheimes Zeitreise-Projekt angeworben wird. Ihr Auftrag: im Deutschland des 15. Jahrhunderts Pflanzen und Samen sammeln, die für die Renaturierung der verstrahlten Gebiete benötigt werden. Der mystische Kosmos des Mittelalters zieht Domenica in seinen Bann, und so taucht sie ein in diese ferne Zeit - eine Glaubenswelt, deren
labyrinthische Kreise sich ihr nur schwer erschließen wollen. Ihre Mission droht jedoch zu scheitern. In Köln wird sie als Hexe angeklagt und verurteilt. Domenicas ganze Hoffnung richtet sich auf Kardinal Nicolaus Cusanus. Nur er, der einflussreiche Kirchenreformer und Naturforscher, könnte sie wohl vor dem sicheren Tod bewahren. Wird es Domenica gelingen, mit ihm Kontakt aufzunehmen? Und wird sie schließlich wieder in ihre Zeit zurückkehren können?

Rezension + Bewertung von Gerhard: [8]
Das Cusanus-Spiel ist ein Buch, das sicher nicht leicht zu lesen ist. Man muss sich darauf einlassen, um die brillant miteinander verbunden Zeit- und Handlungsstränge wirklich würdigen zu können. Wer eine actionlastige Zeitreisestory erwartet, in der die Heldin in der Vergangenheit unter Ausnutzungen ihrer Kenntnis zukünftiger Ereignisse nur ein paar Korrekturen durchführen muss, und schon leben wir wieder in der besten aller möglichen Welten, ist hier sicher falsch. Tatsächlich beginnt der Roman mit einer düsteren Vorausschau auf eine nicht allzu ferne Zukunft. Italien kämpft mit den verheerenden Auswirkungen der globalen Erwärmung, durch die Süditalien langsam aber sicher zur Wüste wird, von Afrika wälzt sich eine neue Völkerwanderung nach Norden, ein großer Teil Mitteleuropas ist durch einen Super-GAU radioaktiv verseucht, Länder wie Bangladesch längst überflutet. Im ganzen Verlauf der Handlung sind deutlich starke Vorbehalte gegen den (natur-)wissenschaftlichen Fortschritt zu spüren. Modernste Technik wird eingesetzt, um die langfristigen Auswirkungen früherer "Errungenschaften" abzumildern oder zu reparieren. Dabei ist aber längst offensichtlich, dass die durch die Handlungen der Menschen verursachten Katastrophen uneinholbar vorne liegen und die Reparaturversuche neue, unabsehbare Gefahren heraufbeschwören. Einen kalten Schauer jagt einem der geschilderte Einsatz von Nanotechnologie in großem Maßstab zur Rettung der versinkenden Stadt Venedig über den Rücken. Es wird schnell klar, dass diese Technologie letztlich unkontrollierbar ist und sich hier der nächste technologische Super-GAU anbahnt, dennoch wird unverdrossen weitergemacht. Der im Roman nur skizzenhaft angedeutete alternative Geschichtsverlauf der "Cusanischen Acceleratio" erscheint ebenfalls als kritische Anmerkung zur Fortschrittsgläubigkeit. In der "Acceleratio" verläuft durch einen Eingriff in die Geschichte der technische Fortschritt weitaus schneller, das führt aber nicht zu einer besseren Welt. Die Katastrophen im Gefolge des wissenschaftlichen Fortschritts treten nur früher und auf andere Weise ein. Ein bemerkenswertes Handlungselement bildet auch die mehrfach mit geringen Variationen geschilderte Reise des Nicolaus Cusanus. Man kann hier gut nachvollziehen, wie auch minimale Eingriffe im Laufe der Zeit zu einschneidenden Veränderungen führen können. Eine Schilderung der Handlung wird dem Werk ohnehin nicht gerecht, deshalb höre ich hier damit auf. Wie ich schon anfangs schrieb, ist das kein Buch für Leser die eine actionlastige Zeitreisestory erwarten. Wer aber eine brillant geschriebene, manchmal phantastische, manchmal philosophische Mischung aus Science Fiction und Wissenschaftsthriller zu schätzen weiß, ist hier genau richtig.


Ein für dieses Genre interessantes Buch...

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