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Die Kaisersaga
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Hardcover
Leinen + SU - so genanntes Leihbuch
Erfasst: 8.11.2011
Autor: Carl
von Boeheim
Verlag/Jahr/Seiten: Adam
Kraft Verlag / 1960
- 720 Seiten
Alternativwelt-Zuordnung: AH | Liste
Zuordnungen

Eine
Romanhandlung erfüllt vom Erlebnis einer geschichteformenden Welt, aber
auch vom menschlichen Schicksal, an dem Liebe, Freud und Leid ihren Anteil
haben. Es ist der große Roman Österreichs.
Die
Handlung rankt sich um einen frei erfundenen Sohn
Kaiser
Franz Josephs und der schönen
Kaiserin
Elisabeth, Franz
Stephan, der nach dem Selbstmord des
Kronprinzen
Rudolf dessen schweres
Erbe antritt und als Kaiser und König durch eine "Revolution von
oben" das Reich erneuert, damit aber auch die Voraussetzungen
schafft, dass sich um diesen keimfähigen Kern des Abendlandes ein neues Europa
bildet.
Das
Neue ist nicht, dass die Handlung in einem Phantasiereich spielt, mit
erfundenen Gestalten und von der Wirklichkeit weg führt, sondern dass
sich Geschichte und Erfindung, Tatsachen und Gedanken, Gestalten, die
wirklich gelebt - und mit Genauigkeit der Geschichtsschreibung
nachgezeichnet werden - sowie frei erfundene Gestalten zu einer Handlung
verbinden, die zwar utopisch ist, aber aus der geschichtlichen Handlung
organisch herauswächst. Geschichte und Erfindung sind so eng miteinander
verwoben, dass historisch Erwiesenes und frei Gestaltetes zu einem Ganzen
verwachsen. In die erfundene Handlung sind geschichtliche Begebenheiten
eingeflochten - es gibt Gespräche, die wirklich, wenn auch unter veränderten
Bedingungen, stattgefunden haben - es gibt Anekdoten und Histörchen,
Episoden und Erwägungen, Pläne und Tendenzen, die der Geschichte
entnommen, aber in die frei erfundene und breit dahinfließende
Romanhandlung eingebaut sind. Immer wieder fragt sich der Leser, war es
nun wirklich so? Immer wieder vermeint er zu träumen, versucht sich zu
erinnern, sucht den kritischen Punkt zu finden, an dem die geschichtliche
Wirklichkeit verlassen wurde. Aber kaum hat er die Naht entdeckt und
schreitet auf den Wolkengebilden der Phantasie in das Märchenland
erfundener Historie, dann findet er sich wieder auf einem festen Punkt und
stellt staunend fest, es war doch wirklich so.
Der
Verfasser ist ein hervorragender Kenner der altösterreichischen
Welt und seine intimen Kenntnisse des höfischen und diplomatischen, des
politischen und kulturellen Lebens im ausgehenden
19.
Jahrhundert geben dem Roman
Gestalt und Gehalt, geben ihm die unnachahmliche Atmosphäre. Steht auch Wien,
die Kaiserstadt im Mittelpunkt, so wechselt die Szene doch immer wieder.
|
| Die
Gestaltungsweise ist in gewissem Sinne filmisch. Die literarische Kamera
springt von Rom nach Berlin, von London nach Budapest,
von Friedrichsruh nach den deutsch-böhmischen Gebieten, von
Dalmatien
nach
Siebenbürgen,
von Petersburg nach
Tirol
und von Wiesbaden
nach dem Balkan. Altösterreichische Provinzstädte, der
Zauber der siebenbürger Wälder und die ungarische
Puszta,
die blaue Adria und das geheimnisvolle alte Prag werden
beschworen. Historische Persönlichkeiten ziehen an uns vorüber,
Bismarck
und
Kaiser
Wilhelm,
Papst
Leo XIII. und Kardinal
Rampolla,
Chamberlain
und
Lord
Salisbury, Hostein,
Bülow und
Schlieffen,
die Politiker, Feldherren und Diplomaten des alten Österreich und
zwischen ihnen vom Autor erfundene Gestalten, fesselnde und eigenartige
Charaktere, reizvolle Frauen, waghalsige Spielernaturen, treue Paladine
und die Komparserie zahlloser Nebenfiguren. Im Vorwort erzählt der
Verfasser die Entstehung dieses interessanten Werkes.
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