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ZEITREISEN | Der Tisser-Krieg

Cover: Dieter Rottermund
 
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Film Einführung Lesen
Taschenbuch Bearbeitet: 14.11.2011
Originaltitel: War of omission [1982]
Autor:
Kevin O´Donnell
Verlag/Jahr/Seiten:
Heyne / 1995 - 366 Seiten
Reihe: Heyne SF 5329 
ISBN: 3-453-08577-9
Übersetzung: Florian F. Marzin
Zeitmaschinen-Zuordnung: MM [?]
| Funktionsweise siehe unten

Tisser nennt man das Wundergerät, mit dem man direkt ins Raum-Zeit-Kontinuum eingreifen kann. Ganze Abschnitte der Realität können herausgeschnitten, in der Zeit verschoben oder sogar ausgelöscht werden - einschließlich der Erinnerung an sie. Was vielen zunächst als die Wunderwaffe schlecht hin erscheint, stürzt die Menschheit bald in ein Chaos jenseits der Wirklichkeit, aus dem es keine Rückkehr gibt

Ähnliche Themen [Zeitflecken] haben auch Murry Leinster in Quer durch die Zeit [der 1. Roman mit diesem Thema], David I. Masson in der Kurzgeschichte Verlorener Boden, Gheorghe Sâsârman in Die Enklaven der Zeit, Gordon R. Dickson in Sturm der Zeit, Brian W. Aldiss in Der entfesselte Frankenstein, John Brunner in Die Gezeiten der Zeit  und Arthur C. Clarke + Stephen Baxter  in Die Zeit-Odyssee beschrieben. 


Meine Wertung: [3]
Eigentlich ist dieser Roman ja keine wirkliche Zeitreise-Story, aber es wird immerhin ein besonderer Effekt genutzt, der in den Bereich der Zeitreise bzw. Dimensionen gehört. Die ersten 3 Kapitel beschreiben die langsame Entstehung der Widerstandsgruppen und deren mühsames Herantasten an den Tisser als Waffe, gegen die bisher übermächtige Regierung. Im weiteren Verlauf versuchen einige Überlebende eine neue [autonome] Zivilisation wieder aufzubauen.
Der Kampf der verschiedenen Interessengruppen ist zwar sicher zwangsläufig, deren etwas langwierige Beschreibung trägt aber nicht wirklich zu einer interessanten Handlung bei.
Der größte Abschnitt des Romans beschäftigt sich mit einem grundsätzlichen Problem, wenn Menschen in einer Gemeinschaft zusammengewürfelt werden: mit Macht. Wie handelt jemand, dem die Führungsrolle praktisch "aufgezwungen" wird, der sich eigentlich nie zum "Führer" berufen fühlte, die Rolle aber annehmen muss, weil ansonsten die Gemeinschaft zerbrechen würde? Kevin O´Donnell spielt dieses Thema mit diversen Gruppen durch... für Heimwerkerpsychologen sicherlich interessant, aber für einen SF-Fan? - eher nicht!
Das Ende mündet dann nochmals in einen verzweifelten Krieg gegen die eigenen [aus Europa zurückgekehrten] Soldaten. Dass die "Rebellen" natürlich letztlich dank ihrer Tisser gewinnen ist vorauszusehen. Am Schluss natürlich noch die obligatorische Warnung an die restliche Welt: "Lasst uns in Ruhe!"

Der Tisser:
Das Gerät ist eine Time-Space-Seperation Unit, also ein Zeit-Raum-Trenngerät, kurz als TSS-Gerät oder auch "Tisser" benannt. Auf dem TSS werden die gewünschten Koordinaten [Eckpunkte] eingestellt [Anzahl Meter zwischen den Ecken, Breite, Tiefe und Höhe]. Nach der Aktivierung verschwindet der gewählte Bereich einfach. Dummerweise gibt es eine unangenehme "Nebenwirkung": Alle [und zwar wirklich alle!] Menschen vergessen vollkommen, dass es den verschwundenen Gegenstand oder Menschen je gegeben hat... "ich hatte nie eine Mutter!". Tauchen die Gegenstände oder Menschen wieder auf [was mit diesem Gerät eben auch möglich ist], dann wundern sich alle  Menschen, wo denn die Gegenstände bzw. Menschen gewesen sind. Materie [oder ihr Äquivalent Energie] ist die Erscheinungsform einer Kraft [Zeit], die durch eine Matrix [Raum] fließt. Man schafft die negative Entsprechung eines Raum-Zeit-Feldes und projiziert es in die Realität. Dann sind beide für eine Millisekunde völlig miteinander verwoben. Zeit wird um den Raum gewickelt [anstatt umgekehrt]. Dann wird beides zur Seite "gedrückt". Was geschieht mit dem verschwundenen Bereich? Nun, nimmt man z.B. einen Löffel und schöpft damit Wasser aus einer Schüssel, gibt es dann ein Loch? Nein, das umgebende Wasser fließt einfach zusammen. Das Wasser symbolisiert hierbei den Raum - nicht die Materie!

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