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Bearbeitet/Ergänzt: 19.4.2018 [980]














Cover: Michael Hasted 
Neuauflage 2002 E-Book-Ausgabe Die HC-Originalausgabe   Die TB-Originalausgabe - Cover: Bob Eggleton Original-E-Book-Ausgabe  

Hardcover
Originaltitel/Verlag: The time ships [1995] HarperPrism [HarperCollins] [USA]
Autor: Stephen Baxter
Verlag/Jahr/Seiten: Heyne / 1995 - 732 Seiten
Reihe: Heyne SF 5295
      ISBN: 3-453-08555-8     ISBN13: 978-3-453-08555-8
GB ISBN: 0-002-24609-0     ISBN13: 978-0-002-24609-5 [HC Collins]
US ISBN: 0-06-105648-0     ISBN13: 978-0-06-105648-2 [TB HarperPrism]
Übersetzung: Martin Gilbert
Zeitmaschinen-Zuordnung: MM l Genre-Zuordnung: + Wells
Taschenbuch Neuauflage
Verlag/Jahr/Seiten: Heyne / 2002 - 732 Seiten
Reihe: Heyne SF 21091
ISBN: 3-453-21091-3     ISBN13: 978-3-453-21091-2
Übersetzung: Martin Gilbert
Inhalt: Eine legitime Fortsetzung von H.G. Wells legendärem Klassiker Die Zeitmaschine
Bei einem weiteren Vorstoß in die ferne Zukunft entdeckt der Zeitreisende eine erschreckende Welt, die er selbst geschaffen hat: das Sternenreich der Morlocks. Es ist der Beginn einer abenteuerlichen, phantastischen Fahrt durch Vergangenheit und Zukunft, die schließlich zum Beginn der Zeit führt.
Was geschah mit dem Zeitreisenden, der sich am Ende von H.G. Wells legendärem Klassiker Die Zeitmaschine ein weiteres Mal auf den Fahrradsattel seines Vehikels schwingt, in die Zukunft entschwindet und nie wieder zurückkehrt? Hundert Jahre lang gab es keine Antwort auf diese Frage, dann erbarmte sich Stephen Baxter der zurückgebliebenen Menschheit und veröffentlichte 1995 einen Bericht, auf den er nach eigener Aussage in einem kleinen Londoner Antiquariat gestoßen war.
Die Erzählung setzt da ein, wo Wells endet: Der Zeitreisende bricht noch einmal auf in die ferne Welt der Morlocks und Eloi, jener entarteten Nachkommen des Homo sapiens. Doch es erwartet ihn keine geringe Überraschung - dieses Mal sieht die Zukunft gänzlich anders aus. Die Sonne ist verschwunden, die Welt ist öde und finster. Als er einer kleinen Bande der verhassten Morlocks begegnet, drischt er voller Hass mit dem mitgebrachten Schürhaken auf sie ein, wird selbst niedergestreckt und erwacht in einem mysteriösen Gefängnis. Dort erfährt er von dem äußerst zivilisierten, geduldigen Morlock namens Nebogipfel, dass es sich bei seinen Opfern um spielende Kinder gehandelt hat. Die Morlocks leben in dieser Version der Zukunft in einer gigantischen, die Sonne umspannenden Sphäre und das höchste Ziel der rationalen Vegetarier ist das Streben nach Wissen. Die ursprüngliche Zeitreise, die in Romanform ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt ist, hat die Zukunft verändert. Die Zeitmaschine ist somit vielmehr als ein Transportmittel in die Zukunft - sie ist gleichsam Schöpfer und Zerstörer ganzer Welten.

Meine Wertung: [8] Eine externe Rezension findet Ihr hier:
Meine Wertung mag vielleicht etwas subjektiv positiv ausfallen, was wohl daran liegt, dass ich ein absoluter Baxter-Fan bin. Allerdings ist die Idee, die Morlocks in den Weltraum zu "entlassen" und den Charakter vollkommen umzudrehen schon abgefahren. Die von Baxter beschriebene Schalenwelt der Morlocks ist einfach phantastisch. Es mag den Einen oder Anderen sicher etwas traurig stimmen, dass die Menschheit im Zuge dieser neuen Evolutionsgeschichte einfach nur noch eine unbedeutende und vergessene Randnotiz ist - aber so ist es eben, wir sind nur ein Fliegenschiss der universellen Geschichte... und wirkliche Chancen sollten wir uns nicht ausrechnen. Wie schon bei anderen Rezensionen von mir erwähnt: Ich mag diese durchaus offenen Enden, die Platz für eigene Phantasien lassen - und die Hoffnung, dass es vielleicht doch mal weitergeht?
Rezension und Wertung von Zeitreisefan: [8]
Mir hat das Buch insgesamt recht gut gefallen. Insbesondere die Vision einer den Weltraum erobernden Morlock-Gesellschaft hat mich begeistert. Nur wenige Autoren schaffen es, eine sehr ferne Zukunft phantasievoll und eindrucksvoll zu beschreiben. Meist ergehen sich andere Autoren in anthropozentrischen Darstellungen einer tollen, alles ermöglichenden Zukunft, in der der Mensch all seine Unzulänglichkeiten besiegt hat. Baxter hingegen lässt den Menschen einfach - dinosauriergleich - von der Evolution hinwegfegen, erinnert in dieser Konsequenz erfreulich an Brian M. Stablefords Zeitsprünge.
Im Mittelteil zeigt Baxter allerdings Schwächen: seine Parallel-Historie des frühen 20. Jahrhunderts mit einem ewigen Kriegsschauplatz Europa, in dem sich diktatorische Briten mit nicht weniger abstoßenden Deutschen in ewigen Kampfhandlungen befinden, soll wohl als Antikriegs-Romanteil herhalten, bleibt dabei aber blass und unglaubwürdig. Nun ja, in einem Multiversum sei auch ein solch unattraktiver Geschichtsverlauf gestattet, dem Buch nimmt es allerdings an Fahrt. Das nahe Ende mutet mir etwas zu esoterisch: viel Lichtvisionen, wenig Phantasie. Der endgültige Schluss versöhnt den Zeitreisenden schließlich wieder mit seinem Wunschverlauf der Zeitlinie, hinterlässt aber gleichzeitig ein durchaus offenes Ende... Vorbereitung einer Fortsetzung? Alles in Allem trotzdem ein durchaus lesenswertes Buch.

British Science Fiction Award 1995 - beste SF-Novelle; John W. Campbell Memorial Award 1996; Philip K. Dick Award 1997



Ein für dieses Genre interessantes Buch...

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