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ALTERNATIVWELTEN l Verschwörung gegen Amerika







Status: wieder neu erfasst 24.5.2018 [910]

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Verchwörung gegen Amerika - Cover: Peter-Andreas Hassiepen [Motiv: Milton Glaser] Neuauflage: Verschwörung gegen Amerika E-Book: Verschörung gegen Amerika, Kindle-Edition - 2.544 KB = 432 Seiten Die Originalausgabe:  The plot against America 13:26.00 ungekürzt   Philip Roth © mdr.de  

Hardcover
Originaltitel/Verlag: The plot against America [2004] Houghton Mifflin [USA]
Autor: Philip Roth
Verlag/Jahr/Seiten: Hanser Verlag / 2005 - 432 Seiten
Reihe: Hanser 20662
     ISBN: 3-446-20662-0     ISBN13: 978-3-446-20662-5
US ISBN: 0-224-07453-9     ISBN13: 978-0-224-07453-7
Alternativwelt-Zuordnung: WK l Übersetzung: Werner Schmitz
Taschenbuch Neuauflage
Verlag/Jahr/Seiten: Rowohlt / 2007 - 544 Seiten
Reihe rororo 24087
ISBN: 3-499-24087-4     ISBN13: 978-3-499-24087-4
Was wäre, wenn ...? Philip Roth spielt in dem autobiografisch gefärbten Roman Verschwörung gegen Amerika eine andere Variante des Zweiten Weltkrieges und seiner  Kindheit durch. Fasziniert von der Tatsache, dass die amerikanischen Juden - folglich auch die eigene Familie - der großen Katastrophe entronnen sind, fingiert Roth ein  antisemitisches Amerika unter der Präsidentschaft Lindberghs. Sein Jonglieren mit historischen Fakten und historischer Fiktion ist schlichtweg verblüffend. Um so  realistisch wie möglich zu schreiben, wich Roth von seinen bisherigen Romanen ab: Die Opferrolle der Juden im Zentrum, das ist neu. Sein Ziel hat Roth auf jeden Fall erreicht, lässt er seine Leser doch fast vergessen, dass die Realität im Hinblick auf die Präsidentschaft Lindberghs eine ganz andere war.
Dieser Roman von Philip Roth beginnt mit einem kühnen Einfall: Charles Lindbergh, der berühmte Fliegerheld, Faschistenfreund und Antisemit, verbucht bei den  Präsidentschaftswahlen im Jahr 1940 einen erdrutschartigen Sieg über Franklin D. Roosevelt. Unter den amerikanischen Juden breiten sich Furcht und Schrecken aus - auch bei der Familie Roth in Newark.
 
Inhalt: Charles Lindbergh verbucht bei den Präsidentenwahlen im Jahr 1940 einen erdrutschartigen Sieg über Franklin D. Roosevelt. Der Mann, der von Hitler mit einem  Orden geehrt wurde, schließt einen Nichtangriffspakt mit Nazi-Deutschland. In der Summit Avenue in Newark hat ein siebenjähriger Philip Roth Alpträume, und erlebt zum ersten mal die Ohnmacht seines geliebten Vaters gegenüber der Bedrohung. Philips Bruder kommt völlig verwandelt von seinen - von der Regierung unterstützten -  Sommer-Workcamp bei einer christlichen Farmerfamilie zurück. Vetter Alvin geht nach Kanada, um gegen die Deutschen zu kämpfen, und Tante Eveleyn heiratet den  bedeutenden Rabbi Bengelsdorf, der mit der neuen Regierung paktiert. Am furchtbarsten trifft es die Nachbarn, den kleinen Seldon und seine Mutter, und Philip ist daran  nicht unschuldig.

Rezension und Wertung von Gerhard :   [5]
Philip Roth fehlte der Mut zur Konsequenz - Ich lese gern diese "Was wäre gewesen, wenn …"-Romane und war daher sehr gespannt, was ein Schriftsteller vom Rang  eines Philip Roth aus der Idee macht, der bekanntermaßen Nazi-freundliche Charles Lindbergh wäre 1940 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden. Ich  muss leider sagen, dass mein Urteil sehr zwiespältig ausfällt. Die ersten drei Viertel des Buches schildern auf beklemmende Weise, wie sich die USA fast unmerklich in  einen faschistischen Staat verwandeln und welche einschneidenden Folgen sich aus Maßnahmen der Regierung ergeben, die oberflächlich betrachtet nicht besonders  dramatisch sind. Problematisch ist aber auch in diesem Teil die Erzählperspektive aus der Sicht eines Kindes. Das einerseits sehr reif und erwachsen wirkende  Verständnis des Geschehens und die sehr kindlich bis absurd anmutenden Reaktionen darauf wirken auf mich widersprüchlich und unglaubwürdig. Eine echte  Enttäuschung ist aber das letzte Viertel des Buches. Darin wird zuerst eine völlig absurde Erklärung für das Verhalten von Präsident Lindbergh geliefert und mit dem  plötzlichen Verschwinden des Präsidenten eine Kehrtwendung zurück zum tatsächlichen Geschichtsverlauf eingeleitet. Die Art, wie nach dem Verschwinden von Lindbergh  eine versuchte Machtübernahme durch den Vizepräsidenten, eine Präsidentschaftswahl in der Franklin Delano Roosevelt wieder Präsident wird, der japanische Angriff auf  Pearl Harbor [mit einem Jahr Verspätung] und der Kriegseintritt der USA auf ein paar Seiten zusammengepresst wird, ist sogar noch unbefriedigender als die Erklärung  für Lindberghs Verhalten. Man hat wirklich den Eindruck, dass Philip Roth zum Ende hin der Mut gefehlt hat, die Geschichte konsequent zu Ende zu führen. Sprachlich und  stilistisch bewegt sich das Buch zwar auf hohem Niveau, aber durch das inhaltlich völlig misslungene letzte Viertel ist die Geschichte letztlich nur mittelmäßig.
Das Hakenkreuz über der Briefmarke des Yosemite-Nationalpark wurde auf dem Cover der deutschen Ausgaben und auch auf dem britischen Druck aus dem Jahre 2005 [Vintage-Verlag] durch ein einfaches Kreuz ersetzt. Hier (siehe ) ist das echte Originalcover der 1. Ausgabe zu sehen...


Ein für dieses Genre interessantes Buch...  

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