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ZEITREISEN |
[Kaiserkrieger 1] Die Ankunft

Cover: Timo Kümmel
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Taschenbuch
Bearbeitet: 14.11.2011
Autor:
Dirk
van den Boom
Verlag/Jahr/Seiten: Atlantis
/ 2010 - 214 Seiten
Reihe: ... 25828
Zyklus: Kaiserkrieger 1
ISBN: 3-941-25828-1 ISBN13:
978-3-941-25828-0
Zeiteffekt-Zuordnung: T &
?
| Genre-Zuordnung: | Liste
Zuordnungen

Kurz vor Beginn des
Ersten
Weltkriegs [1913]: Der Kleine Kreuzer
Saarbrücken bricht aus Wilhelmshaven auf, um seine letzte große Fahrt anzutreten, bevor er außer Dienst gestellt wird. Doch auf der Höhe von
Portugal gerät das alte Schiff in ein rätselhaftes Phänomen - und der Kreuzer der
kaiserlich-wilhelminischen
Kriegsmarine findet sich unversehens im Mittelmeer wieder [Durchfahrt
durch einen Nebel], gut
1.500 Jahre in der Vergangenheit, zu einem historischen Zeitpunkt: wir schreiben das Jahr
378, den Anfang des Endes des
Weströmischen
Reiches, den Beginn der
Völkerwanderung. Die Mannschaft der
Saarbrücken entschließt sich, die Hände nicht in den Schoß zu legen, sondern für sich selbst eine sinnvolle Aufgabe in der Vergangenheit zu finden. Sie waren vorher
die Krieger des Kaisers, warum sollten sie es nicht auch hier werden...
Rezension von Gerhard:
        
[7]
Eine interessante Zeitreise ins alte Rom
Dirk van den Boom startet seine auf 6 Bände angelegte Zeitreise-Romanserie "Kaiserkrieger" mit dem Buch
"Die Ankunft". Auf den ersten Blick erscheint der Preis von € 12,90 für ein Taschenbuch mit 214 Seiten recht
happig, das wird allerdings dadurch relativiert, dass der Inhalt aufgrund des größeren Formats und der
geringen Schriftgröße einem normalen Taschenbuch mit schätzungsweise 330-350 Seiten entspricht.
Nun zum Inhalt selbst:
Der Autor lässt den kleinen Kreuzer "Saarbrücken" der kaiserlich-wilhelminischen Flotte auf seiner letzten
großen Fahrt, die zeitlich kurz vor dem 1. Weltkrieg im Jahr 1913 angesiedelt ist, im Atlantik in eine
sonderbare Nebelbank fahren. Dabei verlieren die Männer an Bord das Bewusstsein und als sie wieder aufwachen,
befinden sie sich plötzlich im Mittelmeer und im Jahr 378 nach Christus, das heißt in der Zeit der beginnenden
Völkerwanderung.
|
Dirk van den Boom
hält sich nicht mit einer pseudowissenschaftlichen Erklärung auf, wodurch diese Zeitreise
verursacht wurde, sondern steigt sofort in den dadurch geschaffenen Zeit- und Handlungsstrang ein. Etwas
ambivalent sehe ich die relative Gelassenheit, mit der die Schiffsführung und die Besatzung des Kreuzers den
Zeitsprung und die neuen Gegebenheiten erkennt und akzeptiert. Es scheint schwer vorstellbar, dass es
irgendeine Gruppe von Menschen mit solchem Gleichmut aufnimmt, dass gerade ihr Leben und ihr Weltbild
komplett auf den Kopf gestellt worden ist und sie ohne erkennbare Chance auf eine Rückkehr in einer ihnen
fremden Zeit gestrandet sind. Dass der Autor die Männer der "Saarbrücken“ nicht in einen Abgrund der
Verzweiflung stürzen lässt führt aber andererseits dazu, dass diese sich nicht mit sich selbst, sondern mit
der Situation beschäftigen in der sie sich befinden. Dadurch lässt sich die Handlung ohne Unterbrechung durch
100 Seiten psychologischer Nabelschau weiterführen, was für den Spannungsaufbau sicher positiv ist.
Erstaunlich ist auch, mit welcher nüchternen Logik die Offiziere der "Saarbrücken" ihre Lage analysieren und
sehr schnell zum Schluss kommen, dass sie sich mit einer bestehenden "Hochzivilisation", vorzugsweise dem
römischen Imperium arrangieren müssen, solange sie noch ihre Machtmittel und die überlegene Technik ihres
Schiffes in die Waagschale werfen können. Marineoffiziere verstehen gezwungenermaßen sehr viel von Logistik
und begreifen daher, dass sie ihr Schiff ohne Nachschub und Hilfsmittel von außen binnen kurzer Zeit nicht
mehr in Betrieb halten könnten. Dennoch wäre wohl die Versuchung sehr groß, die zumindest für einen
beschränkten Zeitraum unüberwindlichen Machtmittel des Kreuzers einzusetzen um sich ein eigenes Imperium zu
schaffen. Ich glaube es wird interessant zu lesen, wie die angestrebte Zusammenarbeit funktioniert und wie viel von der
Technik und den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus ihrer eigenen Zeit die Männer der "Saarbrücken"
tatsächlich in das römische Imperium verpflanzen können. Ich habe vor vielen Jahren das Buch
Vorgriff auf die Vergangenheit von
Lyon Sprague de Camp gelesen, in dem ein Historiker aus der modernen Zeit in das Rom des 6. Jahrhunderts "rutscht" und dort vor der gleichen
Herausforderung steht. Irgendwann stößt er [sinngemäß] den verzweifelten Ausruf aus: "Immer wenn ich etwas
machen möchte, muss ich zuerst 3 andere Dinge machen, von denen 2 unmöglich sind." Diese Erfahrung steht der
"Saarbrücken" erst noch bevor, obwohl hier natürlich mit dem Schiff und der Besatzung eine weitaus solidere
Ausgangsbasis vorhanden ist.
Romane mit dem Thema Zeitreise sind in der amerikanischen SF-Literatur ziemlich verbreitet, aber im deutschen
Sprachraum eher selten. Ich freue mich daher, dass sich Dirk van den Boom an dieses Thema gewagt und mit
"Die Ankunft“ einen sehr guten Start der Reihe Kaiserkrieger geschafft hat.
Eine
externe Rezension findet Ihr hier:
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