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ZEITREISEN l Houston, Houston, hört ihr mit? / Houston, Houston, bitte melden! / Houston, Houston, bitte kommen!







Status: bearbeitet/ergänzt 1.8.2018 [1270]














  Zuerst erschienen in der Anthologie: Aurora: Beyond equality - Cover: Ann Dalton In deutsch 1981 erschienen in der Anthologie: Kopernikus 6 Ebenfalls erschienen in der Anthologie: Science Fiction Story-Reader 17 Ebenfalls 1987 erschienen in der Anthologie: Sternenlieder eines alten Primaten Ebenfalls 1989 erschienen in der Anthologie: Die Sterne sind weiblich    
    JamesTiptree Jr.
#NASA
#Sonneneruption

 
      Neuste mir bekannte Original-Erscheinung in der Anthologie: Her smoke rose up forever - Cover: Christopher Gibbs
 
   

Originaltitel/Verlag: Houston, Houston, do you read? [1976] Fawcett Gold Medal [USA]
Autor: James Tiptree, Jr.
Zuerst erschienen in der Anthologie "Aurora: Beyond equality", 1976  -
Cover: Ann Dalton 

64 Seiten l Zeitmaschinen-Zuordnung: KE l
Übersetzung: Walter Brumm bzw. Joachim Körber
Neuste mir bekannte Original-Erscheinung in:
Anthologie "Her smoke rose up forever" [2014] Gollancz [Orionbooks] [GB] 
Cover: Christopher Gibbs
GB ISBN: 1-473-20324-4     ISBN13: 978-1-473-20324-2  
Inhalt: Das Raumschiff Sunbird ist mit seiner Besatzung von drei männlichen Astronauten unterwegs, aber dann beschädigt eine große Sonneneruption wichtige Teile. Jetzt treiben sie im Weltraum und sie werden wohl irgendwann einfach verloren gehen. Sie versuchen wiederholt erfolglos die NASA in Houston zu kontaktieren. Aber bald erfassen sie seltsame Funkverbindungen aus einer anderen Quelle. Sie sind etwas verwirrt, fast alle Stimmen sind weiblich. Sie hören Gespräche über persönliche Angelegenheit - sogar über die Geburt einer Kuh - sowie eine unbekannte Umgangssprache. Verschiedene Theorien werden von den verblüfften Männern diskutiert. Sind das Halluzinationen, ein Scherz, oder versucht eine feindliche Macht sie auszutricksen? Sie nehmen die aufgefangenen Gespräche auf, spielen sie immer wieder ab, um herauszufinden, was da vor sich geht. Bald merken sie, dass die Fremden sie entdeckt haben - und diese bieten ihnen nun Hilfe an. Zuerst weigert sich der Kommandant der Sunbird mit ihnen zu kommunizieren, weil er ihren Motiven misstraut. Die Frauen versuchen sie eindringlich zu überreden, ihr Rettungsangebot anzunehmen. Dann sind die Astronauten endlich fähig die Lage in der sich befinden zu verstehen. Sie stellen fest, dass sich nicht nur ihr Kurs sondern auch ihre Zeit verändert hat! Sie erfahren, dass sie schon vor Jahrhunderten als verloren galten. Ihnen werden auch erschütternde Details der heutigen Erde vermittelt. Eine undefinierte Katastrophe hat die menschliche Bevölkerung auf wenige Millionen reduziert. Schließlich stimmen sie zu, sich mit dem Raumschiff Gloria zu treffen und dort überzusetzen. Das Raumschiff Gloria ist für sie ein Rätsel. Abgesehen davon, dass es fast ausschließlich eine weibliche Besatzung hat, wirkt es innen recht chaotisch. Es gibt Pflanzen und Tiere an Bord. Die Technik wirkt ausgesprochen antiquarisch und hätte doch inzwischen wesentlich weiter entwickelt sein müssen, oder? Einige der Schiffsfunktionen werden sogar duch stationäre Fahrräder angetrieben! Die Astronauten erhalten auch nur kryptische und recht unvollständige weitere Auskünfte bezüglich der jetzigen Erde. Die Besatzungsmitglieder sprechen nur über ihre "Schwestern", Ehemänner, Freunde oder Familien werden nie erwähnt. Es gibt Zwillinge an Bord, die beide Judy heißen, eine jüngere und die andere älter - seltsam. Einer der Männer, ein Teenager namens Andy, wirkt seltsam weiblich. Schließlich rücken die Frauen dann doch mit der Wahrheit heraus: Eine Seuche vernichtete die meisten Menschen - und ALLE Männer! Nur ca. 11.000 Frauen überlebten, hauptsächlich aus Australasien. Bis vor kurzem reproduzierten sie sich nur durch klonen. Die meisten Frauen sind also Klone der ursprünglichen 11.000 Frauen. Babys werden in Krippen aufgezogen und alle Frauen werden ermutigt ihre Geschichte zu einem Buch hinzuzufügen, das für Inspiration und Ausbildung zukünftiger "Schwestern" weitergeben wird. Bestimmte Genotypen erhalten frühe Androgenbehandlungen, siehe Andy, von dem die Astronauten dachten er wäre ein Mann, um mehr Masse und Kraft für schwere körperliche Arbeit zu erhalten. Diese männerfreie Gesellschaft hat sich also in ein sehr kommunales und friedliches Muster gewandelt, ohne Konflikte und scheinbar recht glücklich. Die Crew der Sunbird reagiert auf diese Offenbarungen auf unterschiedliche Weise. Der Kommandant hält das alles für eine große Tragödie und glaubt, dass er von Gott ausgewählt wurde um die Frauen wieder zu ihrer ursprünglichen Rolle zurückzuführen. Der wahre Pfad ist eben eine Gesellschaft die als Führer Männer hat, die Frauen haben für Kinder und Familie da zu sein. Ein anderer erwartet mit Spannung die Aussicht auf Millionen von Frauen, die die Berührung eines Mannes nicht gekannt haben, in dem Glauben, dass die Frauen ohne einen Mann sexuell unerfüllt sind, und er hat gewalttätige sexuelle Dominationsphantasien. Der dritte unterscheidet sich von den anderen beiden darin, dass er ein Intellektueller, ohne viel körperliche Entwicklung ist und die anderen beiden Männer sehen auf ihn herab wegen seiner eigentlich positiven Qualitäten. Er denkt an all den Missbrauch und das Mobbing das die Frauen früher erlitten hatten, zurück. All die Gefühle von Überlegenheit bei seinen Crewmitgliedern blendet bei diesen die wirklich wichtigen Dinge aus, die sie hier nun sehen. Er und seine Kameraden haben eine bewusstseinsverändernde Droge erhalten - sie enthemmt sie und veranlasst sie, ihr "wahres Selbst" zu zeigen und ihre Gedanken auszusprechen. Er erkennt, dass die Züge von Gewalt und Herrschaft in der neuen Welt der Frauen inakzeptabel sind und sie nun alle getötet werden, sogar er selbst. Er versucht ihnen zu erklären, dass er, obwohl er sexuelle Gedanken in aggressiven, gewalttätigen Worten ausdrückt, niemals auf solche Gedanken eingehen würde. Die Frauen erklären, dass sie nicht einmal solche Gedanken haben. Sie sind zufrieden, in einer Welt von Frauen zu leben, und sie wollen keine Führung oder sexuelle Erfüllung mit Männern. Ihre Studie über diese drei Astronauten hat gezeigt, dass die Zulassung von Männern auf der Erde inakzeptable Risiken birgt. Sie wollen jetzt nur die Männer studieren und nützliche Informationen und Spermaproben erhalten, vermutlich um neue Genetik einzuführen. Material zur Erschaffung neuer Genotypen reicht ihnen.
Meine Wertung: [6]
Diese Story - von einer Frau geschrieben - gilt zurecht als eine der besten SF-Stories. Natürlich könnte man meinen, dass es ja klar ist sich Gedanken über eine Gesellschaft ohne Männer zu machen... und dass diese wohl viel besser sein könnte, wenn man eine Frau ist. Aber Vorsicht, es gibt auch Stories über eine Welt ohne Frauen - und die wurden von Männern (siehe: Das grosse Verschwinden) geschrieben - und sie sind von gleichguter Qualität! Also ruhig mal lesen, es lohnt sich.
weitere Übersetzungen: Houston, Houston... / Houston, Houston, czy mnie słyszysz? [PL], Houston, Houston, ci sentite? [I], Houston, Houston, me recevez-vous ? [F]
Hugo Award 1977 / Nebula Award 1977 [beste Novelle], Locus Award 1977 [beste Novelle, 3. Platz] l Die Story ist im Original bisher 41 x erschienen !
 


Ein für dieses Genre interessantes Buch...

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