ZEITREISENDER.NET
 
ZEITREISEN l Die Trauer Odins des Goten







Status: bearbeitet/ergänzt 17.1.2018














Zuerst erschienen in der Anthologie "Time Patrolman" - Cover: Kevin Eugene Johnson Neuere mir bekannte Erscheinung in der Original-Anthologie: Time Patrol - Cover: David Mattingly Original-E-Book: Time Patrol: A Time Patrol book In deutsch 1997 erschienen in der Anthologie: Die Chroniken der Zeitpatrouille   Ebenfalls erschienen in: Zeitpatrouille    

Originaltitel/Verlag: The sorrow of Odin the Goth [1983] Tor [USA] siehe Bemerkung unten...
Autor: Poul Anderson
Zuerst erschienen in der Anthologie: "Time Patrolman"
Cover: Kevin Eugene Johnson
US ISBN: 0-812-53076-4     ISBN13: 978-0-812-53076-6
119 Seiten l Unter-Genre: Zeitagenten l Zeitmaschinen-Zuordnung: MM l
Protagonist: Manson Emmert Everard [Manse] l Übersetzung: Peter Pape und Hans Maeter
Neuere mir bekannte Originalerscheinung in der Anthologie:
"Time Patrol" [2006]
Baen [USA] - Cover: David Mattingly
US ISBN: 1-416-50935-6     ISBN13: 978-1-416-50935-6
Neuste mir bekannte Original-Erscheinung in der Anthologie:
"Brain wave / The boat of a million years / The guardians of time" [2013] 
Gollancz [Orionbooks] [GB] - Cover: Chris Moore
GB ISBN: 0-575-10693-X     ISBN13: 978-0-575-10693-2
Soweit ich weiß, ist die Story in deutsch bisher nur 1 x in der Anthologie von Heyne erschienen... 
Verlag Tor: Leser und Autoren haben es sich gewünscht: Die E-Books des New Yorker Science-Fiction-Verlags Tor Books haben künftig keinen technischen Schutz gegen unerlaubtes Kopieren mehr - damit lassen sich die Dateien einfacher auf Geräte aufspielen oder an Freunde verteilen.
Inhalt: Die menschliche Geschichte ist ein zerbrechliches Gebilde seit der Erfindung der Zeitmaschine. Immer wieder gibt es Bestrebungen einzelner oder von Gruppen, die Historie durch Eingriffe zu manipulieren, um persönlichen oder nationalen Vorteil daraus zu ziehen. Mit Argusaugen wacht die Zeitpatrouille über das Muster des Zeitstroms und greift ein, wenn es zu verdächtigen Kräuselungen kommt, die auf Störungen hindeuten. Dann schickt sie ihre Spezialisten in die betroffenen Jahrhunderte, sorgfältig getarnt und mit sicherem Blick für Anomalitäten, um unauffällig und mit minimalstem Aufwand die Eingriffe rückgängig zu machen. Doch oft sind diese Punkte gar nicht so einfach zu lokalisieren. Und nicht selten heißt es, grausam in menschliche Schicksale einzugreifen und tragische Verluste hinzunehmen.
Wer kennt sie nicht, die Geschichte der Nibelungen ? All die Helden und Vorkommnisse wie Kriemhild, Brünhild, Siegfried, Attila und der Hunnenschatz, der dann der Schatz der Nibelungen wurde - all dies will Professor Carl Farness, Gelehrter für die frühgermanische Literatur unbedingt auf seine Echtheit überprüfen. Er macht sich also auf zu den Ostgoten um hier seine Forschungen zu beginnen. Er trifft auf die Sippe der Teurings, die er ab jetzt über eine lange Zeit beobachten, beraten und unterstützen möchte. Er weiß genau, dass die Zeitpatrouille es nicht dulden wird, dass hier störende Veränderungen im Ablauf vorgenommen werden. Aber er verkleidet sich unglücklicherweise so, dass die Goten ihn letztlich als Gott Wodan [Odin] ansehen - einen bärtigen Wanderer mit einem blauen Umhang, einem Stab-Speer und einem Schlapphut [erinnert etwas an einen düsteren Gandalf, oder?]. Zu jener Zeit des 4. Jahrhunderts war Wodan noch nicht der einäugige Obergott mit den Raben auf den Schultern, den die späteren Epen Islands beschreiben. Dummerweise verliebt sich Farness in die 16jährige Jorith, die Tochter des Dorfältesten Winnithar, die er dann - obwohl auf seiner Zeitlinie glücklich verheiratet - heiratet. Danach beginnt für Farness eine, abenteuerliche Reise über 75 Jahre, die er immer wieder nutzt um "seine" Familie zu unterstützen und zu lenken. Die Teurings werden - auch Dank Farness Sohn Dagobert - eine einflussreiche Sippe die bis an den Dnjepr zieht und dort immer besser gedeiht. Und hier beginnt die Geschichte der "Nibelungen" - nur dass die Namen der Personen etwas anders lauten als die uns bekannten. Am Ende der Geschichte jedoch muss Farness seine geliebte Familie verraten um den Geschichtsablauf nicht zu stören.
Meine Wertung: [8]
Die Geschichte ist gut - daran kann niemand auch nur im Geringsten zweifeln - aber sie ist auch kompliziert, voll von (realen) Geschichtsdaten, Orten, Zeitabschnitten und Namen und Geschehnissen, die einen regelrecht erschlagen können. Und hier wird es nochmals komplizierter: Fast alle Protagonisten haben natürlich andere Namen [manchmal sogar mehrere], die sich schwer merken lassen und den Leser leider etwas die Übersicht verlieren lassen. Andererseits muss man Anderson dafür bewundern, wie er es geschafft hat, eine Sage so umzuarbeiten, dass sie sich plötzlich zu realem Erleben wandelt und man hinterher zugeben muss "ja, so hätte es sich wirklich zutragen können!". Man erkennt welche Risiken auf einen Agenten der Patrouille lauern wenn er auch nur minimale Änderungen duldet und dann auch die Liebe dazukommt. Harness ist so eingebunden in die Ereignisse, dass er immer wieder mal vergisst, welche Verantwortung er sich hier aufgebürdet hat. Und sobald ihm dies bewusst wird, versucht er wieder Korrekturen vorzunehmen - die allerdings nicht wirklich konsequent sind weil er trotzdem zu viele Gefühle in seine "Familie" impliziert. Er ahnt wie der Ausgang der Geschichte sein wird, möchte dies jedoch nicht wirklich wahrhaben und versucht immer wieder Unangenehmes zu verschieben. Am Ende schreitet Manse ein und macht dem Spuk ein Ende. Nur wenn Farness einen schrecklichen Verrat an seiner "Familie" begeht, kann der Ast der Geschichte wieder in seine ursprüngliche Form zurückfedern - und Farness muss schweren Herzens gehorchen! Warum kann sich Anderson so intensiv und kompetent mit diesen nordischen Sagen beschäftigen ? Nun, Poul Andersons Eltern stammten von eingewanderten Dänen ab. Er selbst hat für kurze Zeit in Dänemark gelebt und interessierte sich sehr für seine Herkunft. Er schrieb deshalb mehrere Romane an dem der Schauplatz Skandinavien zur Zeit der Wikinger eine zentrale Rolle spielt. Für mich zählt er eh zu den besten SF-Autoren der Welt. Ich hätte der Story gerne noch einen Stern mehr gegeben, aber die Fülle von Namen und Daten [vor allem die Zeitsprünge: 43, 300, 302, 330, 337, 344, 347, 348, 366, 372, 1858, 1933, 1934, 1935, 1980, 2319... da schwirrt einem doch der Kopf, vor allem weil die Sprünge vollkommen durcheinander hin und her gehen!] haben mich etwas gestört. Außerdem musste ich zwischendurch dann doch mal im Internet etliche (reale) Ereignisse und Namen nachprüfen um einige Abschnitte wirklich realistisch beurteilen zu können. Ich kann Stories aus dem Bereich der alternativen Historie nicht einfach so konsumieren ohne durch die Kenntnis der Realität die Einfälle des Autoren würdigen zu können, sorry... Auf jeden Fall zählt diese Story dann doch zur etwas "schwereren" Kost, sollte aber unbedingt gelesen werden!
 


Ein für dieses Genre interessantes Buch...

Barrierefreie Programmierung - PlugIns: Java - Sie sind Besucher besucherzaehler-homepage [+ 98289 vom alten Zähler]