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ZEITEFFEKT l Der illuminierte Mann / Der leuchtende Mann / Die Kristallwelt







Status: neu erfasst 15.9.2017 [1190]
















Zuerst erschienen im Magazin: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, Mai 1964 - Cover: Ed Emshwiller (Emsh) passend zur Story Erste Original-Erscheinung in Buch - Anthologie: The terminal beach Neuste mir bekannte Originalerscheinung in der Anthologie: The complete stories of J.G. Ballard
 
4445 KB = 1216 Seiten
In deutsch 1964 erschienen in der Anthologie: Die Kristallwelt Ebenfalls 1983 erschienen in der Anthologie: Billennium    
  J.G. Ballard
#Everglades
#Florida
#New Wave
#Prisma
 
    Ebenfalls 1990 erschienen in der Anthologie: Der Garten der Zeit Ebenfalls 2007 erschienen in der Anthologie: Vom Leben und Sterben Gottes      

Originaltitel/Verlag: The illuminated man [1964] Mercury Press [USA] [Novelle]
Autor: J.G. Ballard
Zuerst erschienen im Magazin "The Magazine of Fantasy and Science Fiction", Mai 1964 -
Cover:
Ed Emshwiller (Emsh) [passend zur Story]

34 Seiten l Zeiteffekt-Zuordnung: l Unter-Genre: Dystopie l Übersetzung: Wolfgang Eisermann
Hardcover Cover siehe oben
Erste Original-Erscheinung in Buch - Anthologie:
"The terminal beach" [1964] Gollancz [Orionbooks] [GB]
Neuste mir bekannte Original-Erscheinung - Anthologie:
"Science Fiction: The complete stories of J.G. Ballard" [2009] W.W. Norton & Company [USA] 
US ISBN: 0-393-07262-2     ISBN13: 978-0-393-07262-4 
Diese Story gilt als moderner Klassiker der Science Fiction und ein Schlüsseltext der New Wave, als deren maßgebliche Stimme Ballard galt und gilt.
Inhalt: "Am Tage flogen phantastische Vögel durch den erstarrten Wald, und edelsteinbesetzte Krokodile glitzerten wie heraldische Salamander an den Ufern des kristallinen Flusses. Nachts jagte der leuchtende Mann unter den Bäumen hin, die Arme wie goldene Wagenräder, der Kopf wie eine gespenstische Krone..." Diese zwei Sätze sind dem Text vorangestellt und enthalten bereits die Essenz. Ein astronomisches Phänomen, genannt eine "Doppel-Galaxie", führt in sumpfigen, waldreichen Gegenden der Erde zu einem sonderbaren Phänomen: die Kristallisierung. Die US-Regierung lädt eine internationale Kommission zur Beobachtung des Phänomens in den Everglades von Florida ein. James, der Brite, ist unser Chronist. Er wird begleitet von mitunter eindeutigen, aber auch zwielichtigen Gestalten. Florida musste bereits fast vollständig evakuiert werden: 3 Millionen Einwohner sind fortgezogen, um der sich ausbreitenden Zone der Kristallisierung zu entkommen - und den massenhaft auftretenden Polizisten, Soldaten und Ministerialbeamten. Ein Militärkordon umgibt die betroffene Region, doch schließlich wird es James erlaubt, die Zone zu betreten, um selbst zu sehen, was da vor sich geht. Er stellt fest, dass das Pflanzen- und Tierleben des tropischen Sumpfwaldes durch eine Art "Krankheit der Zeit" heimgesucht wird, die dazu führt, dass das Leben ebenso wie die Zeit praktisch einfriert. Der Wald ähnelt nun einer riesigen Kristallgrotte, die funkelt, blitzt und blendet. Die Auswirkungen, die James findet, sind von geradezu hypnotischer Macht. Doch es bleibt nicht beim passiven Funkeln. Dieser Effekt überträgt sich auf die Besucher. Es beginnt mit harmlos aussehenden Sprenkeln, doch dann…
Meine Wertung: [8]
Diese Erzählung bildet den gesamten zweiten Teil des Romans Kristallwelt. Es ist die Symbolkraft eines bizarren Bildes, die der Autor bis zum Maximum gesteigert hat. Transformation ist das Ziel von Ballards Sprache. Da wird ein abgestürzter Helikopter zu einem kristallen funkelnden Fabeldrachen, ein juwelenüberzogenes Krokodil, ein Mann, der aus dem Dschungel in halbkristallisiertem Zustand gezogen wird, rennt blutüberströmt zurück in das betroffene Gebiet, der Priester Balthus nimmt die Form eines Gekreuzigten an, als das Schiff seiner Kirche allmählich kristallisiert. Dr. Sanders findet Leprakranke, deren Körper ihn nun an farbenfrohe Harlekins erinnern; ein eingeborener Krieger, der in eine Krokodilhaut gekleidet ist, besteht teils aus Mensch, teils aus Tier.Das Kind Wordsworth erlebt die Welt in "prismatischem Licht" [durch ein Prisma gebrochen] und andere Menschen erscheinen ihm daher "illuminiert". Das ist der Ursprung des Titels "Der illuminierte Mann". In vielen Übersetzungen wird fälschlicherweise von einem "erleuchteten Mann" gesprochen, als habe das etwas mit "Aufklärung" [enlightenment] zu tun. Das ist nicht der Fall. Es geht aber auch um die Notwendigkeit, dabei das eigene bisherige Ich zu verneinen, um eine solche Welt betreten zu können. Der Protagonist verhält sich in den Episoden des Gesamtromans in keiner Weise wie die Helden herkömmlicher Katastrophenromane: Er kämpft nicht gegen das Unglück an, um Neues aufzubauen, sondern lässt sich von ihm im Unterbewusstsein anziehen. Die Kristallzone ist nicht körperlich, sondern ein geistig-seelischer Zustand, ein "inner space". Ballard war der Ansicht, dass das wichtigste Gebiet, das es zu erforschen gelte, nicht die Weiten des Weltalls seien, sondern die Erde und die Seelen der Menschen, die sich auf ihrem sich wandelnden Antlitz bewegen. Neben all den Wundern der Kristallisierung muss auch die Titelfigur auftreten. Dies ist Charles Foster Marquand, einer der Expeditionsmitglieder. Er will seine Frau Esmeralda zurückgewinnen, die zu dem Sheriff des betroffenen Bezirks geflohen ist, weil Marquand viel zu besitzergreifend war. Es fliegen blaue Bohnen, und es gibt Opfer zu beklagen.

Die Story erschien im Original bisher 23 x !
l weitere Übersetzungen: La forêt de cristal / L'homme illuminé / L'homme enluminé [F], El Hombre Iluminado [ES], L'uomo Luminoso [I] l Der komplette, spätere Roman: Kristallwelt


Ein für dieses Genre interessantes Buch...

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