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ZEITREISEN l Das Jahr der Erlösung







Status: bearbeitet/ergänzt 10.1.2018














Zuerst erschienen in der Original-Anthologie: The year of the ransom - Cover: Paul Rivoche   Neuste mir bekannte Erscheinung in der Original-Anthologie: Door to anywhere - Cover: Bob Eggleton Original-E-Book: Time Patrol: A Time Patrol book In deutsch 1997 erschienen in der Anthologie: Die Chroniken der Zeitpatrouille        

Originaltitel/Verlag: The year of the ransom [1988]
Autor: Poul Anderson
Zuerst erschienen in der Anthologie: "The year of the ransom" - Walker & Co. [USA] siehe Bemerkung unten...
Cover: Paul Rivoche
US ISBN: 0-802-76800-8     ISBN13: 978-0-802-76800-1
110 Seiten l Unter-Genre: Zeitagenten l Zeitmaschinen-Zuordnung: MM l
Protagonist: Manson Emmert Everard [Manse] l Übersetzung: Peter Pape und Hans Maeter
Neuste mir bekannte Originalerscheinung in der Anthologie:
"Door to anywhere" [2013] NESFA Press [USA] -
Cover: Bob Eggleton

US ISBN: 1-886-77897-3     ISBN13: 978-1-886-77897-9
Soweit ich weiß, ist die Story in deutsch bisher nur 1 x in der Anthologie von Heyne erschienen... 
Inhalt: Die menschliche Geschichte ist ein zerbrechliches Gebilde seit der Erfindung der Zeitmaschine. Immer wieder gibt es Bestrebungen einzelner oder von Gruppen, die Historie durch Eingriffe zu manipulieren, um persönlichen oder nationalen Vorteil daraus zu ziehen. Mit Argusaugen wacht die Zeitpatrouille über das Muster des Zeitstroms und greift ein, wenn es zu verdächtigen Kräuselungen kommt, die auf Störungen hindeuten. Dann schickt sie ihre Spezialisten in die betroffenen Jahrhunderte, sorgfältig getarnt und mit sicherem Blick für Anomalitäten, um unauffällig und mit minimalstem Aufwand die Eingriffe rückgängig zu machen. Doch oft sind diese Punkte gar nicht so einfach zu lokalisieren. Und nicht selten heißt es, grausam in menschliche Schicksale einzugreifen und tragische Verluste hinzunehmen. Das höchste Lösegeld das jemals bezahlt wurde war der Gold -und Silberschatz den der Inkakönig Atahualpa 1533 an den spanischen Eroberer Francisco Pizarro zahlen musste. Ein ganzer Raum bis zur Decke mit Gold, zwei Zimmer voll Silber. Letztlich wurde Atahualpa dann doch von den Spaniern grausam hingerichtet. Leider wurde der größte Teil des Schatzes einfach eingeschmolzen und nur ein paar ausgewählte Stücke sollte Kaiser Karl V. erhalten. Der Feldagent Stephen Tamberley wollte der Nachwelt die wunderbaren Stücke wenigstens als Bild zugänglich machen und hatte sich als Franziskaner-Mönch verkleidet unter die Konquistadoren gemischt und  machte jede Nacht mit seinem Holographie-Recorder Bilder dieser Kunstwerke. An einem Abend musste er den Reiteroffizier Don Luis Castelar in die Schatzkammer mitnehmen, weil dieser endlich sehen wollte, was der Mönch jede Nacht dort so machte. Plötzlich taucht ein Zeitspringer in der Kammer auf, schießt die beiden Männer nieder und nimmt sie ins Jahr 1610 mit. Wie Tamberley schnell erkennt, können diese Menschen nicht von der Zeitpatrouille sein! Ihr Anführer ist Merau Varagan, "der" Intimfeind von Manse [siehe Elfenbein, Affen und Pfauen] ! Er ist scharf auf diesen riesigen Schatz, denn wenn dieses ungeheure Vermögen nicht in die Hände der Spanier gelangt, dann würde sich die Geschichte vollkommen ändern, weil den Spaniern die Grundlage für ihre weitere Expansion fehlen würde. Die Feinde haben aber den ungeheuren Mut und die Kampfkraft des Spaniers unterschätzt - er kann sie nicht nur kurzfristig besiegen, er kann sich und Tamberley befreien, mit einem Scooter flüchten - und er begreift sogar das Prinzip der Zeitreise. Für ihn sind das einfach Wunder - und derer gibt es auf seiner Zeitlinie viele und man muss sie eben akzeptieren. Er realisiert schnell, was für ein globales Machtmittel ihm nun zur Verfügung steht - und er beschließt ein eigenes Weltreich Amerika zu errichten, sobald er Waffen aus der Neuzeit in die Finger bekommen könnte. Er braucht nur Tamberley genug unter Druck setzten und dieser könnte ihm alles beschaffen, was er sich erträumt. Und Tamberley hat wegen seiner derzeitigen schlechten Verfassung keine Möglichkeit ihm zu widerstehen. Er muss wohl oder übel bei dieser wahnwitzigen Idee mitmachen, ob er will oder nicht. Und Don Luis hat noch ein Druckmittel in der Hand: Wanda, die Nichte von Tamberley, die im Jahre 1987 auf den Galapagosinseln Forschungen betreibt - und das ist ja nur ein paar Hundert Kilometer [und ein paar Jahre] von ihm entfernt. Kein Problem für einen Zeit-Scooter. Also macht er sich sofort auf den Weg um das Mädchen zu kidnappen und lässt Tamberley in der Einöde zurück. Es entwickelt sich eine abenteuerliche Geschichte in der der spanische Ritter versucht an moderne Waffen zu gelangen, von Wanda überlistet wird und letztlich von Manse überwältigt werden kann. Und Tamberley? Der findet einen genial einfachen Weg um seine Position und Zeit der Nachwelt zu übermitteln um dadurch ebenfalls gerettet zu werden.
Meine Wertung: [9]
Eine richtig gute Abenteuer-Story, die nie langweilig wird. Hier folgt Aktion auf Aktion und der Spannungsbogen wird permanent aufrecht erhalten. Man könnte Anderson vorwerfen, dass er in der Geschichte nicht auf die Massaker und die immensen Opferzahlen seitens der Indios eingeht. Er weist darauf hin, dass die Inkas ebenfalls blutrünstige Tyrannen waren und nun plötzlich auf einen überlegenen Gegner stoßen, der ihnen darin noch weiter voraus ist. Kann man bewerten wie man will, aber Anderson war nie wirklich ein Moralprediger und es würde auch die eigentliche Aufgabe einer solchen Story sprengen, wollte man all dies wirklich im Detail mit einbringen. Anderson beschränkt sich auf eine überschaubare Zahl von Personen und deren Abenteuer - wer mehr Details zur Zeit und den damaligen Abläufen haben möchte, kann sich diese schnell und ausführlich aus dem Internet holen. Bei solchen Stories weise ich immer wieder darauf hin, dass der echte Genuss an einer solchen Geschichte, ohne ein wenig Kenntnis der realen Geschichte, nicht wirklich gefunden werden kann, wenn man nicht wenigstens rudimentäre Grundkenntnisse der Geschichte besitzt oder sich eben die Mühe macht, parallel Informationen quer zu lesen . Genial beschrieben ist der spanische Ritter Don Luis Castelar. Man muss sich schon darauf einlassen, dass man ihn einerseits bewundern und andererseits hassen kann. Er ist ein Mensch "seiner" Zeit - also aus seiner Sicht vollkommen normal. Den Frauen gegenüber ein Gentleman aber anderseits ein totaler Macho und etwas tyrannisch. Man könnte ihn fast als paranoid ansehen - aber wer wäre das nicht, wenn es ihn urplötzlich 450 Jahre in die Zukunft verschlägt? Wie soll er all diese "Wunderdinge" wie Telefone, Autos, Flugzeuge, Dosenbier, Fernseher usw. begreifen? Und dann erst all das funkelnde Licht einer großen Stadt - er kennt nur dunkle Städte, wo man froh sein kann mal ab und zu eine Laterne oder eine Fackel zu sehen. Ich stufe diese Story als die wohl beste des Buches ein und gebe ihr deshalb wohlverdiente 9 Sterne!
 



Ein für dieses Genre interessantes Buch...

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