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PARALLELWELTEN | Otherland

Maus über Bild zeigt ein engl. Originalcover
Cover: Dietrich Ebert
Autor: Tad Williams 
Taschenbuch: Verlag/Jahr/Seiten: Heyne / 2006/2007 - 3.978 Seiten
Taschenbuch: Verlag/Jahr/Seiten: Klett-Cotta / 2004 - 3.978 Seiten
Hörbuch: Verlag/Jahr/Medien: DHV / 2004 - 5:30 Std. 6 CDs
Zyklus: Otherland
Übersetzung: Hans-Ulrich Möhring
Alternativwelt-Zuordnung:  | Liste Zuordnungen 

Otherland gehört unbedingt in meine Liste. Die Protagonisten treten zwar nicht real in eine andere Welt ein, sind aber während des Aufenthalts in dieser virtuellen Welt in der realen Welt vollkommen paralysiert [vergl. Matrix]. Insofern spielt sich ihr Leben nun vollständig in den neuen virtuellen Welten ab, wobei z.B. Unfälle dort durchaus Auswirkungen auf ihren realen Körper haben können. Die Welten, die Williams in diesem Zyklus beschreibt, sind liebevoll ausgestaltet und man kann sich alles plastisch vorstellen. Die Abenteuer sind z.T. aberwitzig und aktiongeladen. Durch ein ständiges Wechseln zwischen den Welten [real und virtuell aber auch in Otherland selbst zwischen völlig verschiedenen Welten] wird es nie langweilig. Ich habe mit der Gruppe mitgefiebert und mitgekämpft - und ich hab mich schwer zurückhalten müssen nicht doch mal heimlich ein wenig "vorzugucken".
Die in diesem Buch beschriebene Möglichkeit der Protagonisten in "Traumwelten" zu leben, begegnet uns auch in ähnlicher Art bei D.J. MacHale in seinem Pendragon-Zyklus im Band 4 oder auch Welt am Draht von Daniel F. Galouye. Otherland gehört in die Gruppe der Cyberpunk-Werke [siehe hierzu auch ein Fachbuch].


engl. Originalcover
Der Übergang der Welten gehört in den Bereich der virtuellen Reisen
Otherland - ein virtuelles Universum, in dem die Phantasie Realität wird. Erschaffen von einer geheimnisvollen Gralsbruderschaft, mit dem Ziel, Unsterblichkeit zu erlangen. Nur wenige wissen, welche Ausmaße das Netz bereits erreicht hat. Und nur wenige erkennen die tödliche Gefahr...
Das gigantische Netzwerk wurde von reichen, skrupellosen Männern erschaffen, die sich in der mysteriösen "Gralsbruderschaft" zusammengefunden haben. Ihr Ziel: als digitalisierte Wesen in der virtuellen Realität unsterblich zu werden. Und dafür benötigen sie die wertvollsten Ressourcen der Erde - ihre Kinder!
Die Handlung spielt in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts in einer Welt, in der das Netz [eine Weiterentwicklung des Internets] das gesamte Leben dominiert. Durch Implantate, die direkt mit den Sinnesnerven verbunden sind, und andere Technologien ist es mittlerweile möglich, sich völlig in virtuelle Realitäten und Simulationen einzuklinken und diese hautnah zu erleben. Viele Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens in virtuellen Umgebungen, einige haben sich fast völlig aus der realen Welt zurückgezogen. Der Zugang zum Netz und die Qualität der Instrumente und Implantate, die die Nutzung virtueller Realitäten ermöglichen, sind ein wesentliches soziales Statusmerkmal. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist nicht nur in diesem Bereich tiefer als in der Realität des beginnenden 21. Jahrhunderts. Wohlhabende Familien in den USA beispielsweise haben sich in festungsähnlich gesicherte Wohngebiete zurückgezogen, während sich unter den Highways an den Brücken aufgehängte riesige Slum-Siedlungen entwickelt haben. Die virtuelle Welt Otherland wurde von einigen der reichsten und mächtigsten Menschen der Welt geschaffen. Die Technik, die dieser Ansammlung verschiedener virtueller Welten zugrunde liegt, ist weitaus fortgeschrittener und perfekter als alle anderen bekannten Welten im Netz - denn sie greift nicht nur auf hochentwickelte Server zurück, sondern bedient sich auch des Bewusstseins von Kindern, die zu diesem Zweck in einem komaähnlichen Zustand gehalten werden, bis ihre Körper eines natürlichen Todes sterben. 

1 Stadt der goldenen Schatten 2 Fluß aus blauem Feuer 3 Berg aus schwarzem Glas 4 Meer des silbernen Lichts  5 Kurzgeschichte 

   

Das Ziel der Gralsbruderschaft, die Otherland geschaffen hat ist es, dem Bewusstsein der Gründer Unsterblichkeit jenseits ihrer biologischen Körper zu ermöglichen. Im ersten Roman lernt der Leser durch verschiedene, zunächst scheinbar nicht verbundene Handlungsstränge eine Reihe von Menschen kennen, die sich durch Intervention von Mr. Sellars in Otherland treffen und dieses von innen zu zerstören versuchen. Sellars ist das Opfer militärischer Versuche, bei denen er verschiedene elektronische Implantate erhielt. Er hat Teile des Geheimnisses von Otherland entschlüsselt und sich entschlossen, dessen Gründer zu bekämpfen. Die Gruppe von Helfern irrt dabei durch immer neue virtuelle Welten auf der Suche nach Informationen und Möglichkeiten, Otherland zu vernichten - oder es wenigstens lebend zu verlassen. In der realen Welt sind indes verschiedene Personen mit Otherland verbunden - als Mitglieder der Gralsbruderschaft, als deren Handlanger, als Polizisten oder als Angehörige von im Koma liegenden Kindern. Alle diese Handlungsstränge existieren teilweise parallel, teilweise berühren oder vereinigen sie sich auf der realen oder virtuellen Ebene - bis das Geheimnis von Otherland gelöst ist. 

Die Hörspiel-Fassung:
Mit Otherland schrieb der Hessische Rundfunk und der Hörverlag Hörspielgeschichte: Die Umsetzung der 3.500 Seiten starken Tetralogie ist die bisher größte Hörspiel-Realisation der ARD. Vom Produktionsteam waren Organisationstalent und eine ausgeklügelte Systematik gefragt: Otherland stieß mit seinen 280 Rollen und der verzweigten Thematik an die Grenzen normaler Produktionsbedingungen. Entstanden ist ein "Rekord-Hörspiel“, ein komplexes akustisches Universum mit insgesamt 24 Stunden Laufzeit und mehr als 200 renommierten Schauspielern.

Meine Wertung: [10] unbedingt lesen!

Zum Zyklus schrieb Tad Williams eine Kurzgeschichte auf Grundlage der Romane mit dem Titel Der glücklichste tote Junge der Welt [The happiest dead boy in the world], die 2006 in einer Kurzromansammlung namens Legenden[2] - Das Geheimnis von Otherland abgedruckt wurde.

Auszeichnungen: 2004 hat Tad Williams für Otherland den Corine-Future Preis erhalten

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