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Hier findet Ihr ein Buch welches ich für dieses Genre interessant finde...
         

ZEITREISEN l Kaiserkrieger Bearbeitet/ergänzt: 7.9.2015
Autor: Dirk van den Boom
Verlag/Jahr: Atlantis / 2010-2013
Zyklus: Kaiserkrieger
Protagonist: Kapitän Rheinsberg
Zeiteffekt-Zuordnung: l Genre-Zuordnung:


Der Autor in seinem Blog:
"Der Kaiserkrieger-Zyklus besteht aus sechs Romanen, der erste Band ist im Frühjahr 2010 unter dem Titel "Die Ankunft" erschienen. Die Romane gehören zu einem der wichtigsten Subgenres der Science Fiction, der so genannten "alternative history" oder "parallel history" sowie zu den Zeitreiseromanen."
Hier muss ich dem Autor leider widersprechen. Ein wesentlicher Bestandteil der alternativen Historie beschäftigt sich mit der fiktiven Rekonstruktion eines Geschichtsverlaufs, den es so nicht gegeben hat. Ob sich durch das Auftauchen von Menschen in der Vergangenheit von da ab die Geschichte ändern wird ist i.d.R. oft kein Ansatzpunkt für die Autoren [Dann wäre ja ein erheblicher Anteil der SF-Literatur des Genres Zeitreise hierzu zu rechnen, was nicht der Fall ist!]. Diese Änderung wäre von da ab eh ein dynamischer Prozess, der wiederum eventuell eine neue, parallele, Zeitlinie öffnen würde.

Hier streiten sich eh die Anhänger der verschiedenen "Glaubensrichtungen". Ein Roman des Genres alternative Historie hat als Auslöser also i.d.R. nicht das Erscheinen von Menschen aus der Zukunft als Startpunkt. Er beschreibt einfach einen Geschichtsverlauf, der sich von dem uns bekannten einfach unterscheidet - oder er deckt z.B. Hintergründe oder Erklärungen von Ereignissen auf, die eigentlich nicht wirklich bekannt sind - aber vielleicht so geschehen sein könnten. Hierzu bitte den neuen Abschnitt über die Genre-Klassifizierung lesen!
Die Saarbrücken [Das Schiff der Protagonisten] hat es übrigens nicht wirklich gegeben. Ein beliebtes Thema... siehe hierzu auch ruhig mal Maddrax 125
1913, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs: Der Kleine Kreuzer Saarbrücken [Bremen-Klasse] bricht aus Wilhelmshaven auf, um seine letzte große Fahrt anzutreten, bevor er außer Dienst gestellt wird. Doch auf der Höhe von Portugal geraten das alte Schiff und seine beiden Begleitschiffe in ein rätselhaftes Phänomen [Durchfahrt durch einen Nebel] - und der Kreuzer der kaiserlich-wilhelminischen Kriegsmarine findet sich unversehens im Mittelmeer wieder, gut 1.500 Jahre in der Vergangenheit, zu einem historischen Zeitpunkt: wir schreiben das Jahr 378, den Anfang des Endes des Weströmischen Reiches, dem Beginn der Völkerwanderung. Die Mannschaft der Saarbrücken entschließt sich, die Hände nicht in den Schoß zu legen, sondern für sich selbst eine sinnvolle Aufgabe in der Vergangenheit zu finden. Sie waren vorher die Krieger des Kaisers, warum sollten sie es nicht auch hier werden...
Mal wieder Danke an Gerhard für den Hinweis auf diesen Zyklus... l Rezension
 
1 Die Ankunft l 2 Der Verrat l 3 Der Aufbruch l 4 Der Aufstand l 5 Die Flucht l 6 Der Kaiser l 7 Aufgehende Sonne l 8 Stürmische Himmel l
9 Schwere Gezeiten [noch nicht erschienen] l 10 Brennende Tempel [noch nicht erschienen] l 11 Blutiger Mond [noch nicht erschienen] l 12 Sterbende Götter [noch nicht erschienen]
Kaiserkrieger Virgiles 1: Tod im Senat


Rezension von Gerhard: [7] gilt für 1 - 4 !
Eine interessante Zeitreise ins alte Rom
Dirk van den Boom startet seine, auf 6 Bände angelegte, Zeitreise-Romanserie "Kaiserkrieger" mit dem Buch "Die Ankunft". Auf den ersten Blick erscheint der Preis von
€ 12,90 für ein Taschenbuch mit 214 Seiten recht happig, das wird allerdings dadurch relativiert, dass der Inhalt aufgrund des größeren Formats und der geringen Schriftgröße einem normalen Taschenbuch mit schätzungsweise 330-350 Seiten entspricht.
Nun zum Inhalt selbst:
Der Autor lässt den kleinen Kreuzer "Saarbrücken" der Kaiserlich-Wilhelminischen Flotte auf seiner letzten großen Fahrt, die zeitlich kurz vor dem 1. Weltkrieg im Jahr 1913 angesiedelt ist, im Atlantik in eine sonderbare Nebelbank fahren. Dabei verlieren die Männer an Bord das Bewusstsein - und als sie wieder aufwachen, befinden sie sich plötzlich im Mittelmeer und im Jahr 378 nach Christus, das heißt in der Zeit der beginnenden Völkerwanderung.
Dirk van den Boom hält sich nicht mit einer pseudowissenschaftlichen Erklärung auf, wodurch diese Zeitreise verursacht wurde, sondern steigt sofort in den dadurch geschaffenen Zeit- und Handlungsstrang ein. Etwas ambivalent sehe ich die relative Gelassenheit, mit der die Schiffsführung und die Besatzung des Kreuzers den Zeitsprung und die neuen Gegebenheiten erkennt und akzeptiert. Es scheint schwer vorstellbar, dass es irgendeine Gruppe von Menschen mit solchem Gleichmut aufnimmt, dass gerade ihr Leben und ihr Weltbild komplett auf den Kopf gestellt worden ist und sie ohne erkennbare Chance auf eine Rückkehr in einer ihnen fremden Zeit gestrandet sind. Dass der Autor die Männer der "Saarbrücken“ nicht in einen Abgrund der Verzweiflung stürzen lässt führt aber andererseits dazu, dass diese sich nicht mit sich selbst, sondern mit der Situation beschäftigen in der sie sich befinden. Dadurch lässt sich die Handlung ohne Unterbrechung durch 100 Seiten psychologischer Nabelschau weiterführen, was für den Spannungsaufbau sicher positiv ist. Erstaunlich ist auch, mit welcher nüchternen Logik die Offiziere der "Saarbrücken" ihre Lage analysieren und sehr schnell zum Schluss kommen, dass sie sich mit einer bestehenden "Hochzivilisation", vorzugsweise dem Römischen Imperium arrangieren müssen, solange sie noch ihre Machtmittel und die überlegene Technik ihres Schiffes in die Waagschale werfen können. Marineoffiziere verstehen gezwungenermaßen sehr viel von Logistik und begreifen daher, dass sie ihr Schiff ohne Nachschub und Hilfsmittel von außen binnen kurzer Zeit nicht mehr in Betrieb halten könnten. Dennoch wäre wohl die Versuchung sehr groß, die zumindest für einen beschränkten Zeitraum unüberwindlichen Machtmittel des Kreuzers einzusetzen um sich ein eigenes Imperium zu schaffen. Ich glaube es wird interessant zu lesen, wie die angestrebte Zusammenarbeit funktioniert und wie viel von der Technik und den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus ihrer eigenen Zeit die Männer der "Saarbrücken" tatsächlich in das Römische Imperium verpflanzen können. Ich habe vor vielen Jahren das Buch Vorgriff auf die Vergangenheit von Lyon Sprague de Camp gelesen, in dem ein Historiker aus der modernen Zeit in das Rom des 6. Jahrhunderts "rutscht" und dort vor der gleichen Herausforderung steht. Irgendwann stößt er [sinngemäß] den verzweifelten Ausruf aus: "Immer wenn ich etwas machen möchte, muss ich zuerst 3 andere Dinge machen, von denen 2 unmöglich sind." Diese Erfahrung steht der "Saarbrücken" erst noch bevor, obwohl hier natürlich mit dem Schiff und der Besatzung eine weitaus solidere Ausgangsbasis vorhanden ist. Romane mit dem Thema Zeitreise sind in der amerikanischen SF-Literatur ziemlich verbreitet, aber im deutschen Sprachraum eher selten*. Ich freue mich daher, dass sich Dirk van den Boom an dieses Thema gewagt und mit "Die Ankunft“ einen sehr guten Start der Reihe Kaiserkrieger geschafft hat.
* Diese Aussage muss man (ich) inzwischen natürlich revidieren. Wie meine Seiten beweisen, ist die Menge an (auch guten) Romanen zum Thema Zeitreise in der deutschen SF-Literatur auch schon fast nicht mehr überschaubar !

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